Rauchen? Total uncool!

Rauchen oder nicht rauchen? Irgendwie gehört diese Frage zum Erwachsenwerden dazu. Wenn ältere Geschwister oder Schulfreunde rauchen, kann man leicht Lust bekommen, es selbst einmal zu probieren. Der Reiz, etwas zu tun, was Kinder nicht dürfen, ist groß.

Hinzu kommen der Druck aus der Clique oder die Neugier, ob es wirklich so schlecht schmeckt, wie die Eltern sagen. Nur wer es probiert, kann mitreden und irgendwie sieht Rauchen ja auch cool aus…

Doch Rauchen ist alles andere als cool. Im Gegenteil: Nichtrauchen ist cool! Rauchen ist schädlich. Krebs, Kreislauf-Erkrankungen, Falten, schlechte Zähne… Wie sehr man sich und seiner Umwelt mit dem Rauchen schadet, steht mittlerweile auf jeder Zigarettenpackung.

„Bei zahlreichen Erkrankungen unserer Fachgebiete spielt das Rauchen als Risikofaktor für lebensbedrohliche Krankheiten eine große Rolle. Diese Gefährdung kann jeder Mensch durch seinen Lebensstil positiv oder negativ beeinflussen.“

Dr. med. Jens Panse, Vorsitzender von NICE und Leitender Oberarzt an der Klinik für Hämatologie, Onkologie, Hämostaseologie und Stammzelltransplantation, Uniklinik RWTH Aachen

Seit fünf Jahren erklären in Aachen Experten vom Verein „Nichtrauchen Ist Cool Euregio e.V.“ (NICE), wie schlimm die gesundheitlichen Gefahren und Folgen des Rauchens wirklich sind. In einer spannenden und informativen Veranstaltung stellen Ärzte der Uniklinik RWTH Aachen, die auf die Behandlung von Herz-, Lungen-, Gefäß- und Krebserkrankungen spezialisiert sind, ihre Erfahrungen aus der Klinik dar. Die Vorträge und Mitmach-Aktionen sind speziell auf Jugendliche der 5. und 6. Schulklasse ausgerichtet. Das Besondere an der Veranstaltung: Auch betroffene Patienten berichten von ihren Erfahrungen und stehen eindrucksvoll für oft direkte Fragen zur Verfügung.

Das Ziel ist, Kinder und Jugendliche darin zu bestärken, gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen. Und den Rauchern unter ihnen zu helfen, so schnell es geht und auf Dauer aufzuhören. Denn je früher man mit dem Rauchen beginnt, desto schwerer fällt es später, sich das Rauchen wieder abzugewöhnen.

In Deutschland liegt das durchschnittliche Alter für die erste Zigarette, den sogenannten Probierkonsum, bei circa zwölf Jahren. Zu einer täglichen Gewohnheit wird es rund zwei Jahre später, also bei 14-jährigen Jungen und Mädchen. Obwohl die gesundheitlichen Risiken des Rauchens immens sind, ist das Rauchen am stärksten im jungen Erwachsenenalter verbreitet. So rauchen in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen 38 Prozent der Frauen und 43 Prozent der Männer. Hinzu kommt in den letzten Jahren der oft in seinem Gefahrenpotential unterschätzte Gebrauch von Shishas. Seit der ersten Veranstaltung für Schüler von NICE im September 2011 haben bereits über 3.400 Schüler der Euregio kostenlos an den Präventionsveranstaltungen teilgenommen. Zahlreiche Schulen haben NICE inzwischen in ihre Suchtprojektwochen integriert und besuchen die Veranstaltung jährlich mit immer neuen Schulklassen.

„Meine Schüler waren sehr betroffen. Wie schlimm die Folgen des Rauchens sein können, wurde ihnen erst durch die teilweise abschreckenden, aber doch ehrlichen Bilder und durch die emotionalen Berichte von Patienten klar. Diese Art der Aufklärung ist für mein Schülerklientel richtig und wichtig. Bisher hat von denen, die in der 6. Klasse die Veranstaltungen besuchten und heute in die 8. Klasse gehen, nur eine mit dem Rauchen begonnen.“ 

Annette Dornebusch, Hauptschullehrerin in Aachen

Bei NICE dabei?

Wenn ihr mit eurer Klasse an einer NICE-Veranstaltung teilnehmen möchtet, meldet euch! Mehr Infos gibt es telefonisch unter 0241 80-36981 oder per E-Mail: NICE@ukaachen.de. Die Veranstaltungen finden nach Absprache jeweils von 10 bis 12:15 Uhr statt.

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