Sensibler Helfer auf vier Pfoten

Stark behaart und kaum mehr als einen Meter groß ist der neue Mitarbeiter an der Uniklinik RWTH Aachen. Er heißt Oskar, ist ein Golden Retriever und angehender Therapiebegleithund. Künftig wird er schwerkranken Menschen emotionale Nähe und Wärme schenken.

Hunde pflegen eine spezielle Bindung zum Menschen, haben einen sehr feinen Instinkt und können sich auf den gesundheitlichen und emotionalen Status von Personen einstellen. In tiergestützten Therapien kann der sogenannte „Pawsitive Pal“ (dt.: „Kumpel auf Pfoten“) zur Steigerung der Lebensqualität beitragen. In Einrichtungen wie Altenheimen oder Krankenhäusern wird er als Seelentröster eingesetzt. Der Hund ist Freundersatz, lenkt von der eigenen Krankheit ab und lindert Stress und Angst. Er bringt zum Lachen und erzeugt neuen Lebensmut.

Ein Hund an der Uniklinik RWTH Aachen: Die Idee hatte die engagierte Mitarbeiterin Christina Ide, die gemeinsam mit Oskar die Ausbildung zum Therapiebegleithundeteam durchläuft. Dabei kommt einiges auf die beiden zu, denn eine solche Ausbildung ist extrem aufwendig und zeitintensiv. Bevor im Sommer die anderthalbjährige Ausbildung startete, musste der im November 2015 geborene Oskar in die Welpen-und Hundeschule. Christina Ide und Oskar erhalten dabei seit Beginn Unterstützung von Diplom-Biologin Kerstin Raupach. Als Fachkraft für tiergestützte Therapie bildet sie das Duo für seine späteren Einsätze aus. Das Mensch-Hund-Team wird sich dabei unter anderem folgende Fähigkeiten aneignen: Akzeptanz von Nähe und Bedrängen, Arbeiten unter Ablenkung, Umgang und Verhalten in und mit Gruppen sowie Gewöhnung an ungewohnte Bewegungsmuster und Umweltreize.

Vorurteilsloser Kontakt

Hund Oskar und seine Besitzerin Christina Ide

Das Projekt der tiergestützten Therapie ist an der Uniklinik RWTH Aachen als Kooperation der Klinik für Palliativmedizin und der Abteilung Kinderonkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin entstanden. Hier werden Christina Ide und Oskar nach Abschluss ihrer Ausbildung ab 2018 gemeinsam Therapien begleiten. Oskar wird als Therapiehund vorurteilslos den Kontakt zu kleinen und großen Patienten suchen. Da er Trauer, Angst oder Aufregung genauso fühlen und zeigen kann wie Freude und Sicherheit, können Oskar und die Patienten nonverbal kommunizieren. Wo der Mensch keine Worte mehr findet, wird Oskar da sein und Wärme und Nähe schenken. In einer therapeutischen Situation wird sich die Atmosphäre durch ihn spürbar für alle Beteiligten verbessern, für den Patienten und seine Angehörigen genauso wie für Ärzte oder Therapeuten. 

Tiergestützte Arbeit Aachen

Möchten Sie mehr über die Arbeit von Diplom-Biologin Kerstin Raupach erfahren? Dann schauen Sie doch einfach auf der Website vorbei: www.spur-werk.de.

Foto: Uniklinik RWTH Aachen