Ein Leben für Gott und die Kranken

Schwester Veronica arbeitet seit vielen Jahren als Ordensschwester im Franziskushospital Aachen. Wie ihr Alltag aussieht und was sie an ihrem Leben besonders mag, hat sie ACgesund verraten.

Bestimmt weißt du auf die Frage, was du einmal werden willst, schon eine Antwort: Tierärztin, Polizist oder Fußballspieler. Bis man dann erwachsen ist, ändert sich der Berufswunsch oft ein paar Mal. Bei Schwester Veronica war das nicht so: Seit ihrer Kindheit wollte sie Schwester in einem Orden werden. „Es war immer mein Wunsch, für andere zu beten und für sie da zu sein. Darum war der Weg in einen Orden für mich genau richtig“, erzählt sie. In einem Orden führen Menschen ein geistliches Leben in Gemeinschaft. Sie leben zum Beispiel in einem Kloster oder einem christlichen Krankenhaus und helfen den Armen und Kranken.

Ein langer Weg von Indien nach Aachen

Geboren wurde Schwester Veronica als jüngstes von elf Kindern in Indien. Da die Familie sehr gläubig ist, wurde bei ihr zu Hause jeden Abend ein Gebet gesprochen. Als junge Frau ist sie dann einem Orden beigetreten und hat eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht. Mit dem Eintritt in den Orden hat sie ihren indischen Vornamen abgelegt, das ist bei Ordensschwestern so üblich. Seitdem trägt sie den Namen der Heiligen Veronica.

Nach ihrer Zeit in Indien lebte sie einige Jahre in Italien, dann kam sie nach Deutschland. Seit 2000 ist Schwester Veronica im Franziskushospital Aachen tätig. Dort wohnt sie in einem abgetrennten Bereich des Krankenhauses. Sie hat ein eigenes Zimmer, das Bad und die Küche teilt sie sich mit den anderen Ordensschwestern. Und wie sieht der Tag einer Ordensschwester aus? „Ich stehe morgens sehr früh auf und gehe zum gemeinsamen Gebet in die Kapelle. Danach frühstücken wir, abends kochen wir zusammen. Es ist wie in einer Familie, ich fühle mich hier sehr wohl.“ Außerdem mag Schwester Veronica ihre Arbeit und die Gespräche mit den Patienten. Sie liebt aber auch die Ruhe. „Wir haben kein Handy und schauen nur ganz wenig Fernsehen. Wir gehen lieber spazieren, lesen oder beten. Das gefällt mir sehr gut.“ Für die Zukunft wünscht sie sich, dass es mehr Frieden auf der Welt gibt.

Hast du auch einen Wunsch? Was sollte sich verändern, wofür bist du dankbar?
Sprich doch einmal mit deinen Eltern darüber.

Foto: Uniklinik RWTH Aachen